Berufsfelder eines Digital Engineers

Ein „Digital Engineer“ ist ein Ingenieur, der neben fundiertem Wissen in einer Fachdisziplin auch Spezialwissen über Informatik für seine Domäne mitbringt. Dies macht ihn zu einem besonders interessanten Arbeitnehmer in vielen Bereichen. Das beginnt bei großen Automobilherstellern und reicht über Technologiekonzerne wie Bosch und Siemens bis hin zu spezialisierten Softwaredienstleistern für Ingenieursdisziplinen.

Inhaltlich kann man die Berufsfelder in die sechs Kernbereiche technische Projektleitung, Computer-based Engineering, Produkt(ions)design, Technik-Software-Co-Design, Menschzentrierte Systeme und Forschung kategorisieren.

Technische Projektleitung und -management

Die meisten technischen Entwicklungsprojekte erfordern heutzutage die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Experten. Um diese zu gewährleisten sind Personen mit Fachwissen aus verschiedenen Domänen und Erfahrung im Umgang mit Projekten notwendig. Dieses Wissen bringt der Digital Engineer mit. Die Aufgaben in der Arbeitswelt beinhalten beispielsweise Qualitätsmanagement, Prozessverbesserung und Controlling oder die technische Projektleitung.

Computer-based Engineering

Ingenieurtätigkeiten sind verstärkt Tätigkeiten mit und am Computer. In praktisch allen Phasen ist ein Arbeiten ohne spezialisierte Softwarelösungen nicht mehr möglich. Der Digital Engineer ist spezifisch für diese Herausforderungen ausgebildet. Zu seinen Aufgabengebieten gehören beispielsweise die Anwendung simulationsbasierter Analysetechniken, Copmuter-Aided Manufactorig oder auch die Spezifikation von Neu- und Weiterentwicklungen der CA*-Werkzeuge.

Produkt(ions)design und -planung

Kein Produkt und kein Fertigungsprozess (in Großserie) wird  inzwischen ohne virtuelle Absicherung hergestellt. Dazu werden die verschiedensten Aspekte modelliert, simuliert und/oder in VR dargestellt. Ein Digital Engineer besitzt spezifische Kenntnisse über Methoden und Technologien für diesen Prozess. Seine Arbeitsfelder reichen von Fabrikdesign und Logistikplanung bis hin zu frühen Designevaluierungen und der Erstellung virtueller Prototypen.

Technik-Software-Co-Design

Bei einem modernen Automobil der Oberklasse betragen die Softwareentwicklungskosten bereits 45% der gesamten Entwicklungskosten. Das bedeutet, dass Softwareentwicklung zu einem zentrale Bereich innerhalb vieler Automobilkonzerne wird. Ähnliches gilt auch für Medizintechnik, Logistik, Luftfahrt und andere Domänen. Der Digital Engineer trägt diesem Trend durch seine inter-disziplnäre Ausbildung in einer Ingenieurwissenschaft und der Informatik Rechnung. Zu seinem Arbeitsaufgaben gehören  Softwaredesign und –spezifikation für die effiziente Realisierung technischer Innovationen auf Basis von Softwarelösungen.

Menschzentrierte Systeme

Viele technische Systeme werden von Ingenieuren nach rein funktionalen Gesichtspunkten entwickelt. Dies führt dazu, dass Installation, Wartung und Betrieb häufig sehr aufwendig und nur von spezialisierten Personen durchgeführt werden kann. Im Digital Engineering werden unter Anderem aus der Softwaretechnik bekannte Ansätze eingesetzt, um die Systeme aus Sicht des nutzenden Menschen zu entwickeln. Zu den Arbeitsaufgaben des Digital Engineers gehören Ergonomiebetrachtungen, Studien des Nutzerverhaltens und systematische Analyse der Einsatzkontexte.

Forschung und Vorausentwicklung

Forschung von heute sind die Innovationen von morgen. Es ist zu erwarten, dass die Digitalisierung des Engineerings weiter fortschreitet und sich sogar noch beschleunigt. Digital Engineers sind die Köpfe hinter diesen Forschungsarbeiten. Zu den aktuellen Herausforderung zählen virtuelle Entwicklungslabore, der digitale Produktlebenszyklus oder die digitale Innovationen in technischen Systemen.